7 Min. Lesezeit

Homeworkout ohne Geräte: Trainingsplan für zuhause

Ein kompletter Ganzkörperplan mit Körpergewichtsübungen, den du ohne jede Ausrüstung zuhause umsetzen kannst.

Homeworkout ohne Geräte: Trainingsplan für zuhause

Ein effektives Krafttraining braucht kein Fitnessstudio und keine teure Ausstattung. Mit dem eigenen Körpergewicht lassen sich alle großen Muskelgruppen gezielt fordern, von den Beinen über den Rumpf bis zu Brust, Rücken und Armen. Das macht ein Homeworkout ohne Geräte besonders praktisch für alle, die wenig Platz, wenig Zeit oder keinen Zugang zu einem Studio haben.

Dieser Ratgeber zeigt dir einen kompletten Trainingsplan für zuhause, erklärt die wichtigsten Übungen und gibt dir einen Überblick über Ausrüstung, Ernährung und die aktuelle Studienlage zum Training mit dem eigenen Körpergewicht.

01

Warum Körpergewichtstraining funktioniert

Muskeln reagieren auf mechanische Belastung, unabhängig davon, ob diese durch eine Hantel oder durch das eigene Körpergewicht entsteht. Übungen wie Kniebeugen, Liegestütze oder Ausfallschritte lassen sich durch Tempo, Zusatzwiederholungen, Pausenlänge und einbeinige beziehungsweise einarmige Varianten so anpassen, dass sie auch für trainierte Personen anspruchsvoll bleiben.

Für den Einstieg und für die ersten Monate im Krafttraining ist das eigene Körpergewicht meist völlig ausreichend, um spürbare Fortschritte bei Kraft und Muskulatur zu erzielen. Wer bereits fortgeschritten ist, kann mit erschwerten Varianten wie einbeinigen Kniebeugen oder Liegestütz mit erhöhten Beinen weiterarbeiten oder das Training mit Kurzhanteln oder Widerstandsbändern ergänzen.

Ein weiterer Vorteil liegt in der geringen Verletzungsgefahr im Vergleich zu Übungen mit freien Gewichten. Weil das eigene Körpergewicht als Widerstand kaum je zu einer plötzlichen Überlastung führt, eignet sich diese Trainingsform besonders gut für Personen, die neu ins Krafttraining einsteigen, lange pausiert haben oder gezielt an ihrer Bewegungsqualität arbeiten möchten, bevor sie mit Zusatzgewicht trainieren.

Athletic smiling woman doing a push up on a yoga mat in a bright living room

02

Der Trainingsplan

Der folgende Ganzkörperplan eignet sich für zwei bis drei Einheiten pro Woche mit mindestens einem Ruhetag dazwischen. Führe die Übungen der Reihe nach aus und achte auf eine saubere Technik, bevor du Wiederholungen oder Sätze steigerst.

ÜbungSätzeWiederholungenPause
Kniebeugen (Bodyweight Squat)312-1560 Sek.
Liegestütz (ggf. auf Knien)38-1260 Sek.
Ausfallschritte im Wechsel310-12 je Seite60 Sek.
Superman (unterer Rücken)312-1545 Sek.
Unterarmstütz (Plank)330-45 Sek.45 Sek.
Glute Bridge315-2045 Sek.

Wärme dich vor der Einheit einige Minuten auf und mobilisiere die wichtigsten Gelenke. Mehr dazu findest du im Ratgeber Aufwärmen und Mobility. Steigere das Training nach den Prinzipien der progressiven Überlastung, etwa durch mehr Wiederholungen, kürzere Pausen oder anspruchsvollere Varianten.

03

Was du brauchst

Der große Vorteil eines Homeworkouts ohne Geräte ist, dass du kaum Ausrüstung benötigst. Eine rutschfeste Trainingsmatte schont Knie und Ellenbogen bei Übungen am Boden und sorgt für einen sicheren Stand. Bequeme, atmungsaktive Sportkleidung und stabile Trainingsschuhe mit gutem Grip helfen dir, Kniebeugen und Ausfallschritte kontrolliert auszuführen. Eine Trinkflasche in Reichweite erinnert dich daran, auch während des Trainings ausreichend zu trinken.

Wer regelmäßig zuhause trainiert, profitiert oft zusätzlich von einem kleinen Handtuch und etwas freiem Platz von rund zwei mal zwei Metern, mehr Ausrüstung ist für dieses Programm nicht nötig. Ein kleiner Spiegel oder eine Wand mit ausreichend Abstand kann außerdem helfen, die eigene Technik bei Kniebeugen und Ausfallschritten zu kontrollieren, solange keine trainierte Begleitperson zur Verfügung steht.

Passend dazuSport-BHAmazon →
Smiling woman rolling out a yoga mat in a bright living room before a home workout

04

Technik und häufige Fehler

Bei der Kniebeuge sollten die Knie in Richtung der Fußspitzen zeigen und nicht nach innen einknicken, das Gewicht bleibt über der ganzen Fußsohle. Beim Liegestütz bildet der Körper von Kopf bis Ferse eine gerade Linie, ein durchhängendes Becken belastet den unteren Rücken unnötig. Bei Ausfallschritten hilft ein aufrechter Oberkörper, um das Knie zu schützen und die Balance zu halten.

Auch die Atmung spielt eine Rolle: Bei den meisten Übungen atmest du in der anstrengenderen Phase aus, etwa beim Hochdrücken aus der Kniebeuge oder beim Liegestütz, und in der einfacheren Phase wieder ein. Eine bewusste, gleichmäßige Atmung hilft, die Bewegung stabiler zu kontrollieren, statt die Luft während der Anstrengung anzuhalten.

Ein häufiger Fehler ist, zu schnell zu viele Wiederholungen zu wollen, bevor die Technik sitzt. Führe die Bewegungen lieber langsam und kontrolliert aus, bevor du Tempo oder Umfang steigerst. Bei Schmerzen, Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder nach einer längeren Trainingspause solltest du dich vorher ärztlich beraten lassen und die Belastung langsam steigern.

Smiling man in sportswear performing a lunge exercise in a bright living room with natural light

05

Varianten für mehr Abwechslung

Sobald der Grundplan leichtfällt, kannst du die Intensität auf mehrere Arten erhöhen. Einbeinige Kniebeugen oder Liegestütz mit erhöhten Füßen fordern die Muskulatur stärker. Isometrische Halte, etwa eine verlängerte Plank oder eine gehaltene Kniebeuge, verbessern die Kraftausdauer. Wer die Herzfrequenz zusätzlich fordern möchte, kann die Sätze im Kreisformat ohne lange Pausen hintereinander ausführen, ähnlich wie bei einem HIIT-Training. Für ein kompaktes, zeitsparendes Format eignet sich außerdem ein kurzes 20 Minuten Workout.

Auch das Tempo der Bewegung lässt sich als Stellschraube nutzen: eine langsame, kontrollierte Abwärtsphase von drei bis vier Sekunden bei der Kniebeuge oder dem Liegestütz erhöht die Zeit unter Spannung und damit den Trainingsreiz, ohne dass zusätzliches Gewicht nötig wäre. Wer zusätzlich die Beinmuskulatur oder gezielt den Rumpf fordern möchte, kann das Programm entsprechend um passende Übungen ergänzen.

Group of smiling people doing bodyweight squats together in a bright home gym setting

06

Ernährung dazu

Muskulatur braucht neben dem Trainingsreiz auch ausreichend Protein und eine insgesamt ausgewogene Ernährung, um sich aufzubauen oder zu erhalten. Wie viel Eiweiß für dich sinnvoll ist, hängt von Körpergewicht, Trainingsziel und Aktivitätslevel ab, eine Einschätzung dazu findest du im Ratgeber Proteinbedarf. Wenn Muskelaufbau im Vordergrund steht, lohnt sich zusätzlich ein Blick in den Ratgeber Protein für Muskelaufbau. Nahrungsergänzungsmittel können eine ausgewogene Ernährung sinnvoll ergänzen, sie ersetzen sie aber nicht.

Neben der Proteinmenge spielt auch die Verteilung über den Tag eine Rolle: mehrere kleinere, eiweißreiche Mahlzeiten unterstützen den Muskelaufbau tendenziell besser als eine einzelne große Portion am Abend. Wer nach dem Training direkt eine ausgewogene Mahlzeit mit Protein und Kohlenhydraten zu sich nimmt, unterstützt damit sowohl die Regeneration als auch den Energienachschub für die Muskulatur.

07

Das sagt die Forschung

Die Sportwissenschaft zeigt seit Jahren, dass Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht bei ausreichender Intensität ähnliche Effekte auf Muskelkraft und Muskelmasse erzielen kann wie klassisches Gerätetraining, solange die Belastung im Laufe der Zeit gesteigert wird. Entscheidend ist dabei weniger das Gerät als vielmehr, dass die Muskulatur nahe an ihre aktuelle Belastungsgrenze herangeführt wird. Bei sehr fortgeschrittenen Athletinnen und Athleten wird es allerdings mit reinem Körpergewicht irgendwann schwieriger, den Reiz weiter zu steigern, hier zeigen Studien einen Vorteil für zusätzliche äußere Widerstände wie Hanteln oder Bänder. Für den Einstieg und den Erhalt der Kraft im Alltag gilt Körpergewichtstraining als gut belegte und sichere Option.

Auch zur Häufigkeit gibt es Hinweise: Studien zum Trainingsvolumen deuten darauf hin, dass eine Muskelgruppe zwei- bis dreimal pro Woche zu belasten, im Schnitt etwas bessere Ergebnisse liefert als nur einmal wöchentliches Training, sofern die Gesamtbelastung insgesamt vergleichbar bleibt. Wichtiger als die genaue Häufigkeit bleibt aber, dass das Training überhaupt regelmäßig und mit ausreichender Anstrengung stattfindet.

08

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich ohne Geräte trainieren?

Zwei bis drei Einheiten pro Woche mit Ruhetagen dazwischen reichen für sichtbare Fortschritte in der Regel aus. In den Ruhetagen passt sich die Muskulatur an den vorangegangenen Trainingsreiz an, weshalb dauerhaftes Training ohne Erholung eher kontraproduktiv wirken kann. Mehr dazu, warum Pausen wichtig sind, liest du im Ratgeber Regeneration und Schlaf.

Baue ich ohne Gewichte wirklich Muskeln auf?

Ja, solange die Belastung ausreichend hoch ist und im Zeitverlauf gesteigert wird, etwa durch mehr Wiederholungen oder anspruchsvollere Übungsvarianten.

Was mache ich, wenn eine Übung zu leicht wird?

Wähle eine erschwerte Variante, etwa einbeinig oder mit erhöhten Füßen, oder ergänze das Training mit Kurzhanteln beziehungsweise Widerstandsbändern.

Eignet sich der Plan auch für Einsteiger?

Ja, die Übungen lassen sich durch weniger Wiederholungen oder vereinfachte Varianten, etwa Liegestütz auf den Knien, an den individuellen Fitnesslevel anpassen.

Wie lange dauert es, bis ich Fortschritte merke?

Erste Verbesserungen bei Kraft und Bewegungsgefühl zeigen sich häufig schon nach wenigen Wochen regelmäßigen Trainings, sichtbare Veränderungen der Muskulatur brauchen dagegen meist mehrere Monate. Feste Zeitversprechen sind dabei wenig aussagekräftig, da der Verlauf von Person zu Person unterschiedlich ist.

Muss ich vor jeder Einheit die volle Runde absolvieren?

Nein, an Tagen mit wenig Zeit oder Energie ist es sinnvoller, eine kürzere Version des Plans mit weniger Sätzen durchzuführen, als das Training ganz ausfallen zu lassen.

Entdecken

Weiterlesen