Stickstoffbilanz

Die Stickstoffbilanz beschreibt das Verhältnis zwischen aufgenommenem und ausgeschiedenem Stickstoff im Körper und dient in der Ernährungswissenschaft als Maß für den Eiweißstoffwechsel, da Protein im Gegensatz zu Kohlenhydraten und Fett Stickstoff enthält. Eine ausgeglichene Bilanz bedeutet, dass sich Aufnahme und Ausscheidung in etwa entsprechen.

Von einer positiven Stickstoffbilanz spricht man, wenn mehr Stickstoff aufgenommen als ausgeschieden wird, was auf einen Aufbau von Körperprotein hindeuten kann, etwa während des Wachstums oder beim Muskelaufbau. Eine negative Bilanz weist dagegen auf einen Abbau von Körperprotein hin, wie er bei unzureichender Proteinzufuhr oder in manchen Krankheitssituationen auftreten kann.

Bedeutung für Ernährung und Sport

Im Kraftsport wird die Stickstoffbilanz gelegentlich herangezogen, um die Wirkung einer bestimmten Proteinzufuhr auf den Muskelaufbau grob einzuordnen, auch wenn sie im Alltag praktisch kaum direkt gemessen wird. Für die meisten Menschen ist sie eher ein theoretisches Konzept als ein Wert, den sie selbst bestimmen.

Wichtiger als die Stickstoffbilanz im Detail ist für die Praxis eine ausreichende, über den Tag verteilte Proteinzufuhr, die dem individuellen Bedarf entspricht. Wie sich dieser Bedarf abschätzen lässt, erklärt der Ratgeber Proteinbedarf. Eine ausreichend hohe Zufuhr über mehrere Mahlzeiten verteilt gilt dabei als praktikabler Ansatz.