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Maca: Herkunft, Wirkung und was die Studienlage wirklich zeigt

Was die Andenknolle Maca liefert, wie dünn die Studienlage zu Libido und Energie wirklich ist und wie du sie einordnen kannst.

Maca: Herkunft, Wirkung und was die Studienlage wirklich zeigt

Maca ist eine Knollenpflanze aus den Hochebenen der peruanischen Anden, die dort seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel angebaut wird. In den vergangenen Jahren hat sie sich als Pulver in Reformhäusern und im Nahrungsergänzungsbereich einen Namen gemacht, oft mit Versprechen rund um Energie, Ausdauer und Libido.

Dieser Ratgeber erklärt, was Maca botanisch ist, welche Inhaltsstoffe die Knolle liefert, was die Forschung zu den kursierenden Wirkversprechen sagt und worauf du bei der Anwendung achten kannst.

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Was ist Maca?

Botanisch gehört Maca (Lepidium meyenii) zur Familie der Kreuzblütler und ist damit näher mit Radieschen und Rettich verwandt als mit klassischen Wurzelgemüsen. Angebaut wird die Pflanze vor allem in großen Höhen der peruanischen Anden, wo raues Klima und karge Böden herrschen. Genutzt wird die unterirdische Knolle, die getrocknet und meist zu Pulver vermahlen wird.

In Peru ist Maca traditionell Teil der Ernährung und wird ähnlich wie andere stärkehaltige Knollen zubereitet, gekocht, gebacken oder zu Getränken verarbeitet. Im europäischen Handel findet man Maca vor allem als Pulver oder in Kapselform, häufig unter dem Label als Superfood vermarktet.

Der Begriff Superfood ist dabei eher ein Marketingbegriff als eine wissenschaftliche Kategorie. Er beschreibt keine geprüfte Wirksamkeit, sondern verweist meist nur darauf, dass ein Lebensmittel besonders viele Nährstoffe oder Pflanzenstoffe enthält. Für die Einordnung von Maca ist es daher sinnvoller, auf konkrete Inhaltsstoffe und Studien zu schauen, als sich allein auf ein solches Etikett zu verlassen.

dried maca root powder in a small wooden bowl with whole maca roots beside it

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Inhaltsstoffe der Maca-Knolle

Maca liefert vor allem Kohlenhydrate, etwas Eiweiß und eine Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen, darunter Kalium, Calcium, Eisen und Vitamin C, wie sie auch in anderen Wurzelgemüsen vorkommen. Daneben enthält die Knolle sekundäre Pflanzenstoffe, unter anderem sogenannte Macamide und Glucosinolate, die typisch für Kreuzblütler sind und denen ein Teil der zugeschriebenen Wirkungen zugeordnet wird.

Wichtig einzuordnen ist, dass Maca in den üblichen Verzehrmengen von wenigen Gramm Pulver pro Tag in erster Linie ein Lebensmittel mit interessantem Nährstoffprofil ist, aber keine hochkonzentrierte Wirkstoffquelle wie ein isoliertes Extrakt.

Die folgende Tabelle zeigt typische Größenordnungen der Hauptnährstoffe von getrocknetem Maca-Pulver pro 100 Gramm, wie sie in Analysen zu finden sind.

BestandteilMenge pro 100 g (etwa)
Kohlenhydrate60 bis 75 g
Eiweiß10 bis 14 g
Ballaststoffe7 bis 9 g
Kalium1600 bis 2000 mg
Calcium150 bis 250 mg
Eisen2 bis 5 mg

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Maca und Libido: Was sagt die Forschung wirklich?

Maca wird häufig als natürliches Mittel bei Libidoproblemen oder zur Steigerung der sexuellen Lust beworben, teils auch im Umfeld von Testosteron-Boostern und ähnlichen Produkten. Hier ist besondere Vorsicht bei der Einordnung angebracht.

Es gibt eine überschaubare Zahl kleinerer klinischer Studien, die einen möglichen positiven Effekt von Maca auf das sexuelle Verlangen bei Männern und Frauen andeuten. Die Studien sind jedoch meist klein, kurz angelegt und methodisch nicht immer robust, sodass sich daraus keine gesicherte Wirksamkeit ableiten lässt. Ein Einfluss auf den Testosteronspiegel selbst konnte in den bisherigen Untersuchungen nicht belegt werden, die beobachteten Effekte auf die Libido scheinen also, falls vorhanden, über andere Mechanismen zu laufen. Wer sich von Maca eine verlässliche, spürbare Wirkung auf die Potenz erhofft, sollte diese dünne und uneinheitliche Studienlage kennen und Werbeaussagen entsprechend zurückhaltend bewerten. Auch der teils genutzte Vergleich mit verschreibungspflichtigen Potenzmitteln ist wissenschaftlich nicht haltbar, da diese über gänzlich andere, deutlich besser erforschte Wirkmechanismen funktionieren.

Bei anhaltenden Problemen mit der Libido oder der sexuellen Funktion ist ein Griff zu Maca kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung, denn solche Beschwerden können vielfältige Ursachen haben, von hormonellen Veränderungen über Stress bis zu Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Maca kann allenfalls ein zusätzlicher, ergänzender Baustein sein, keine eigenständige Lösung.

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Maca im Sport: Energie und Ausdauer

Neben der Libido wird Maca oft mit mehr Energie, besserer Stimmung und Unterstützung der Ausdauer beworben. Auch hier existieren einige wenige kleine Studien, teils an Ausdauersportlern in großer Höhe, die leichte positive Effekte auf das Wohlbefinden oder die Erholung andeuten. Belastbare, größere Untersuchungen fehlen jedoch weitgehend, sodass sich daraus keine verlässliche leistungssteigernde Wirkung für den Ausdauersport ableiten lässt.

Wer Maca ausprobieren möchte, sollte es daher eher als ergänzenden Bestandteil einer insgesamt ausgewogenen Ernährung sehen und keine großen Erwartungen an einen messbaren Leistungssprung knüpfen. Eine Nahrungsergänzung wie Maca ersetzt keine ausgewogene Ernährung.

scoop of beige maca powder on a rustic wooden table with scattered dried root slices

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Anwendung und Dosierung

In Studien wurden meist Mengen im Bereich von etwa 1,5 bis 3 g Maca-Pulver täglich verwendet, teils auch etwas mehr. Als grobe Orientierung, nicht als feste Anweisung, wird Maca-Pulver häufig löffelweise in Smoothies, Müsli oder Porridge eingerührt. Maßgeblich für die tatsächliche Verzehrmenge ist immer die Packungsangabe des jeweiligen Produkts, da sich der Gehalt je nach Verarbeitung unterscheiden kann.

Maca gibt es in unterschiedlichen Sorten, die sich in Farbe (gelb, rot, schwarz) und teils in ihrem Inhaltsstoffprofil unterscheiden. In der Forschung wurde bisher keine Sorte eindeutig als überlegen identifiziert, weshalb Aussagen zu einer bestimmten Farbsorte mit Vorsicht zu genießen sind.

Geschmacklich gilt Maca als erdig, leicht nussig und etwas malzig, weshalb es sich gut mit süßen oder herzhaften Zutaten kombinieren lässt. In größeren Mengen kann der Eigengeschmack allerdings dominant werden, weshalb sich ein langsames Herantasten an die persönlich verträgliche Menge empfiehlt.

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maca capsules and a small pile of beige maca powder on a dark stone surface

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Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Maca gilt bei üblichen Verzehrmengen allgemein als gut verträglich. Vereinzelt werden Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen berichtet, besonders bei höheren Mengen oder empfindlichem Magen. Da Maca zu den Kreuzblütlern gehört, kann es bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen sinnvoll sein, die Anwendung vorher ärztlich abzuklären, da einige Pflanzenstoffe dieser Familie die Jodaufnahme beeinflussen können.

Bei Schwangerschaft, Stillzeit, bestehenden Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten gilt wie bei jeder Nahrungsergänzung: Vorher ärztlichen Rat einholen, da die Datenlage zur Sicherheit in diesen Situationen begrenzt ist. Langzeitstudien über mehrere Jahre fehlen bislang, sodass sich zur Sicherheit einer dauerhaften, sehr langfristigen Einnahme keine abschließenden Aussagen treffen lassen.

Im Handel wird außerdem zwischen rohem Maca-Pulver, gelatiniertem Pulver und konzentrierten Extrakten unterschieden. Bei der Gelatinierung wird der Stärkeanteil der Knolle durch Erhitzen teilweise abgebaut, was die Verträglichkeit für manche Menschen verbessern soll, allerdings ohne dass dies für alle beworbenen Effekte eindeutig belegt wäre. Extrakte sind stärker aufkonzentriert und enthalten pro Gramm mehr Pflanzenstoffe als natives Pulver, wodurch sich auch die empfohlene Verzehrmenge unterscheidet. Für den Einstieg eignet sich meist naturbelassenes oder gelatiniertes Pulver, das sich leicht in die tägliche Ernährung einbauen lässt, wobei Konzentration und empfohlene Tagesmenge je nach Produktform von der Packungsangabe abhängen.

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Das sagt die Forschung

Zusammenfassend lässt sich Maca als traditionelles Lebensmittel mit einem interessanten Nährstoff- und Pflanzenstoffprofil beschreiben, dessen vielfach beworbene Wirkungen auf Libido, Energie und sportliche Leistung bislang nur durch eine kleine Zahl meist kurzer und methodisch begrenzter Studien gestützt werden. Ein eindeutiger, gut reproduzierter Wirksamkeitsnachweis fehlt bisher für die meisten der kursierenden Versprechen, und größere, unabhängig wiederholte Studien mit einheitlichen Ergebnissen sind rar. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Maca wirkungslos ist, wohl aber, dass die tatsächliche Wirkung bei den meisten Menschen deutlich bescheidener ausfallen dürfte, als es viele Marketingaussagen suggerieren. Wer Maca ausprobiert, sollte es als möglichen, aber wissenschaftlich nicht gesicherten Baustein sehen und keine ausgewogene Ernährung dadurch ersetzen.

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Häufige Fragen

Wirkt Maca wie ein pflanzliches Potenzmittel?

Es gibt einzelne kleine Studien mit Hinweisen auf einen möglichen Effekt auf das sexuelle Verlangen, ein zuverlässiger, mit klassischen Potenzmitteln vergleichbarer Wirknachweis besteht aber nicht. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoller als der alleinige Griff zu Maca.

Kann Maca den Testosteronspiegel erhöhen?

Nach bisherigem Forschungsstand konnte kein Einfluss von Maca auf den Testosteronspiegel nachgewiesen werden. Etwaige Effekte auf die Libido scheinen über andere Mechanismen zu laufen.

Wie lange dauert es, bis Maca wirkt?

In den vorliegenden Studien wurde Maca meist über mehrere Wochen eingenommen, bevor mögliche Effekte beobachtet wurden. Eine sofortige, kurzfristige Wirkung ist nicht zu erwarten.

Ist Maca für jeden geeignet?

Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei der Einnahme von Medikamenten sollte die Anwendung vorher ärztlich besprochen werden.

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