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Ernährung für Ausdauersport: Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Regeneration

Wie sich die Ernährung im Ausdauersport von der im Kraftsport unterscheidet, welche Rolle Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Eiweiß dabei spielen.

Ernährung für Ausdauersport: Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Regeneration

Ob Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Triathlon: Ausdauersport stellt andere Anforderungen an die Ernährung als klassisches Krafttraining. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem eine ausreichende Energieversorgung über Kohlenhydrate, ein passender Flüssigkeitshaushalt und eine Regeneration, die auch das Immunsystem und die Muskulatur berücksichtigt.

Dieser Ratgeber gibt einen Überblick, wie Kohlenhydrate, Flüssigkeit, Elektrolyte und Eiweiß im Ausdauersport zusammenspielen und worauf du bei Sportgetränken, Riegeln und Gelen achten kannst.

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Kohlenhydrate als Hauptenergiequelle

Bei Ausdauerbelastungen gewinnt der Körper einen großen Teil seiner Energie aus Kohlenhydraten, die in Muskeln und Leber als Glykogen gespeichert sind. Diese Speicher sind begrenzt und können sich bei längeren, intensiven Belastungen deutlich leeren, was sich als Leistungseinbruch bemerkbar macht.

Wie viele Kohlenhydrate sinnvoll sind, hängt stark von Dauer und Intensität der Belastung sowie vom Trainingsziel ab. Für kurze, lockere Einheiten reicht meist die übliche Ernährung aus, für lange oder intensive Einheiten wird häufig gezielt mehr Kohlenhydrate rund um das Training eingeplant, etwa über Vollkornprodukte, Reis, Kartoffeln oder Obst. Weitere Grundlagen zu Kohlenhydraten allgemein findest du im Ratgeber Kohlenhydrate.

Neben der reinen Menge spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle. Vor einer Belastung werden meist eher leicht verdauliche, fettarme Kohlenhydratquellen bevorzugt, um Magen-Darm-Beschwerden während des Trainings zu vermeiden. Nach dem Training ist der Körper besonders aufnahmefähig für die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher, weshalb hier auch etwas ballaststoffreichere und nährstoffdichtere Lebensmittel gut passen.

bowl of cooked pasta and rice next to a running shoe on a wooden floor

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Flüssigkeit und Elektrolyte

Beim Schwitzen verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium. Wie viel davon verloren geht, unterscheidet sich stark zwischen Personen, Belastungsdauer, Temperatur und Trainingszustand, sodass sich keine pauschale Trinkmenge für alle nennen lässt.

Als grobe Orientierung gilt: Bei längeren oder sehr schweißtreibenden Einheiten kann ein Getränk mit etwas Natrium und Kohlenhydraten sinnvoller sein als reines Wasser, weil es sowohl den Flüssigkeits- als auch den Elektrolythaushalt unterstützt. Mehr zu den einzelnen Mineralstoffen findest du im Lexikoneintrag Elektrolyte sowie im Ratgeber Magnesium.

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Sportgetränke, Riegel und Gele im Vergleich

ProduktartTypischer EinsatzBesonderheit
Sportgetränkwährend längerer Belastungliefert Flüssigkeit, Kohlenhydrate und Elektrolyte gleichzeitig
Kohlenhydratriegelvor oder während des Trainingsfeste Form, längere Sättigung, weniger schnell verfügbar als ein Gel
Energiegelwährend intensiver, kurzer Belastungsphasenschnell verfügbare Energie, meist ohne größeres Sättigungsgefühl
Proteinriegel oder Shakenach dem Trainingunterstützt die Regeneration der Muskulatur

Details zu einzelnen Riegelarten findest du im Ratgeber Kohlenhydratriegel. Welche Kombination am besten passt, hängt von der Sportart, der Dauer der Belastung und der persönlichen Verträglichkeit ab, die am besten im Training getestet wird, statt sie erstmals im Wettkampf auszuprobieren.

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Fueling bei langen Wettkämpfen

Bei Belastungen von mehr als etwa 60 bis 90 Minuten reicht der körpereigene Glykogenspeicher häufig nicht mehr aus, um die Leistung durchgehend auf hohem Niveau zu halten. In diesem Fall wird häufig empfohlen, während der Belastung selbst kontinuierlich kleine Mengen Kohlenhydrate zuzuführen, etwa über Sportgetränke, Gele oder Riegel, um die Energiezufuhr aufrechtzuerhalten. Wie viel davon sinnvoll ist, hängt stark von Intensität, Dauer und individueller Verträglichkeit ab und lässt sich am besten im Training austesten, nicht erstmals am Wettkampftag.

Manche Ausdauersportler setzen vor besonders langen Belastungen zusätzlich auf eine gezielt kohlenhydratreichere Ernährung in den Tagen davor, um die Glykogenspeicher zu füllen. Ob und in welchem Umfang das sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Wettkampfdistanz und dem Trainingszustand ab und sollte nicht ohne vorheriges Austesten im Training übernommen werden, da eine ungewohnt hohe Kohlenhydratmenge auch zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Besonders bei sehr langen Belastungen wie Marathon, Radmarathon oder Triathlon ist eine kontinuierliche Energiezufuhr über mehrere Stunden hinweg wichtig, während kürzere Wettkämpfe meist mit den körpereigenen Speichern und wenig zusätzlicher Zufuhr auskommen.

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Eiweiß im Ausdauersport oft unterschätzt

Im Ausdauersport liegt der Fokus meist auf Kohlenhydraten, dabei spielt Eiweiß ebenfalls eine wichtige Rolle, insbesondere für die Regeneration der beanspruchten Muskulatur und den Erhalt der Muskelmasse bei umfangreichem Training. In der Sportwissenschaft werden für ausdauerorientierte Sportler häufig Werte im Bereich von etwa 1,2 bis 1,6 g Eiweiß je kg Körpergewicht pro Tag genannt, während die allgemeine Empfehlung der DGE für Erwachsene bei etwa 0,8 g pro kg Körpergewicht liegt.

Wie du deinen individuellen Bedarf grob einschätzt, erklärt der Ratgeber Proteinbedarf berechnen. Wann eine Proteinzufuhr rund ums Training besonders sinnvoll ist, liest du im Ratgeber Protein-Timing.

protein shaker bottle in a sports bag next to running shoes

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Sportgetränke selbst einschätzen

Fertige Sportgetränke unterscheiden sich in Kohlenhydrat- und Elektrolytgehalt teils deutlich. Für kürzere Belastungen bis etwa eine Stunde reicht in der Regel Wasser aus, für längere, schweißtreibende Einheiten kann ein Getränk mit einem moderaten Kohlenhydratanteil und etwas Natrium hilfreich sein, um sowohl Energie als auch Flüssigkeit bereitzustellen. Wichtig ist dabei vor allem die eigene Verträglichkeit: Ein zu hoch konzentriertes Getränk kann den Magen belasten, während ein zu stark verdünntes Getränk bei sehr langen Belastungen möglicherweise nicht genug Energie liefert. Am besten testest du verschiedene Mischungsverhältnisse im Training, bevor du sie im Wettkampf einsetzt.

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Regeneration nach dem Training

Nach längeren oder intensiven Ausdauereinheiten sind sowohl die Glykogenspeicher als auch die Muskulatur beansprucht. Eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten und Eiweiß innerhalb einiger Stunden nach dem Training unterstützt die Wiederauffüllung der Speicher und die Regeneration der Muskulatur, wobei die genaue zeitliche Spanne in der Forschung weniger eng gesehen wird, als es lange in Ratgebern dargestellt wurde. Wichtiger als eine exakte Zeitspanne ist die Gesamtzufuhr über den Tag.

Neben der Ernährung spielt für die Regeneration auch ausreichend Schlaf eine wichtige Rolle, ebenso wie eine sinnvolle Trainingsplanung mit Wechsel aus belastenden und leichteren Einheiten. Wer sich häufig übermäßig erschöpft oder ungewöhnlich häufig erkältet fühlt, sollte das als Hinweis auf zu wenig Regeneration werten und im Zweifel ärztlichen oder trainingswissenschaftlichen Rat einholen, statt allein über die Ernährung gegenzusteuern.

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Das sagt die Forschung

Die zentrale Rolle von Kohlenhydraten für die Ausdauerleistungsfähigkeit gilt als gut belegt, ebenso der Nutzen einer angepassten Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr bei längeren, schweißtreibenden Belastungen. Bei der Proteinzufuhr im Ausdauersport ist die Studienlage insgesamt konsistent zugunsten einer über die Basisempfehlung hinausgehenden Menge, wobei Einzeleffekte wie ein exaktes Zeitfenster nach dem Training in neueren Untersuchungen weniger strikt gesehen werden als früher angenommen. Individuelle Unterschiede in Verträglichkeit, Trainingszustand und Zielsetzung bleiben dabei immer entscheidend.

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Häufige Fragen

Wie viel sollte ich vor dem Ausdauertraining essen?

Das hängt stark von Dauer, Intensität und persönlicher Verträglichkeit ab. Häufig wird eine leicht verdauliche, kohlenhydratbetonte Mahlzeit einige Stunden vorher genannt, wobei jeder Körper anders reagiert.

Brauche ich bei jedem Training ein Sportgetränk?

Nein, bei kurzen oder lockeren Einheiten reicht meist Wasser aus. Bei längeren oder sehr schweißtreibenden Belastungen kann ein Getränk mit Kohlenhydraten und Elektrolyten sinnvoll sein.

Wie viel Eiweiß brauchen Ausdauersportler?

In der Sportwissenschaft werden häufig etwa 1,2 bis 1,6 g je kg Körpergewicht pro Tag genannt, abhängig von Trainingsumfang und -ziel. Die genaue Menge lässt sich mit unserem Ratgeber Proteinbedarf berechnen näherungsweise einschätzen.

Sind Energiegele notwendig?

Notwendig nicht, aber praktisch bei intensiven, längeren Belastungen, wenn schnell verfügbare Energie gefragt ist. Für kürzere Einheiten reicht meist die übliche Ernährung.

Wie erkenne ich, ob ich zu wenig trinke?

Durstgefühl, dunkler Urin und nachlassende Leistungsfähigkeit können Hinweise sein, ersetzen aber keine individuelle Einschätzung. Bei anhaltenden Beschwerden ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Sollte ich direkt nach dem Training essen?

Eine Mahlzeit innerhalb einiger Stunden nach dem Training unterstützt die Regeneration, ein exaktes, eng begrenztes Zeitfenster gilt in der Forschung heute als weniger entscheidend als früher angenommen.

Was tue ich bei Magenproblemen während langer Belastungen?

Häufig hilft es, die Konzentration von Sportgetränken zu verringern und Kohlenhydrate in kleineren, regelmäßigen Mengen aufzunehmen. Was individuell am besten vertragen wird, lässt sich am zuverlässigsten im Training austesten.

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